2017

Der Evangelische Oberschwabentag, der auch in diesem Jahr wieder an Christi Himmelfahrt, dem 25. Mai, auf der Dobelmühle bei Aulendorf stattfindet, steht unter dem Motto: „Du siehst mich“. Ganz bewusst haben sich die Organisatoren dafür entschieden, das Motto des gleichzeitig in Berlin stattfindenden Deutschen Evangelischen Kirchentags für diese Veranstaltung zu übernehmen. Damit wird dokumentiert, dass sich der EOT nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu dieser Großveranstaltung der evangelischen Christen versteht.

Wie aus den vergangenen Jahren gewohnt, spielt aber auch die Jahreslosung für 2017 eine wichtige Rolle. Deshalb predigt der Biberacher Schuldekan Michael Pfeiffer über den Text aus Ezechiel 36, „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch“, im Festgottesdienst, der um 10 Uhr beginnt. Musikalisch wird der Gottesdienst von Bläsern aus den Bezirken Biberach und Ravensburg, sowie dem Chor 'Akzente' aus Mengen begleitet. Unter der Leitung von Frank Boss gestaltet 'Akzente' zwischen Gottesdienst und Mittagessen noch eine Matinee. Parallel zum Gottesdienst im Zirkuszelt wird ein Kindergottesdienst mit Pfarrerin Gertrud Hornung und ein Jugendgottesdienst mit Christoph Spörl vom ejw Ravensburg angeboten.

Die Gesprächskreise, die wieder in zwei Zeitschienen jeweils ab 13 Uhr und 14:30 Uhr angeboten werden, orientieren sich thematisch dann sowohl am Kirchentags-Motto als auch an der Jahreslosung. Im Faltblatt zum EOT wird dies jeweils durch ein Auge bzw. ein Herz gekennzeichnet.

Auch in diesem Jahr ist es dem Planungsteam wieder gelungen, eine Reihe interessanter Referenten mit vielfältigen Themen zu gewinnen. So berichtet beispielsweise Jochen Pfrommer, Pfarrer in der JVA Ravensburg, über die seelsorgerische Begleitung von Menschen im Strafvollzug. Über die Verantwortung im Umgang mit Kindern in schwierigsten familiären Krisen referiert Friederike B. Haar, Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle Ravensburg, unter dem Thema: „Ich sehe dich – wie sehe ich mich?“ Die Landwirtschaft steht derzeit vor großen Herausforderungen, viele bäuerliche Familienbetriebe blicken mit Sorge in die Zukunft. Renate Wittlinger, Prälaturreferentin des Evangelischen Bauernwerks berichtet aus eigener Erfahrung über die Situation und will neue Perspektiven aufzeigen.

Was es konkret bedeutet, ein neues Herz oder eine neue Niere zu empfangen, ist Thema des Workshops mit Dr. Bernhard Jäschke, der Wissenswertes rund um Organspende und -transplantation vermittelt. Seit vielen Jahren beliebt, und deshalb auch in diesem Jahr wieder im Programm, ist das Bibelgespräch zur Jahreslosung mit Landesbischof i. R. Dr. Gerhard Meier und das Offene Singen mit Sabine und Dierk Jacob.

Außerdem gibt es auf dem großen Gelände der Dobelmühle wieder allerlei interessante Infostände, sowie ein umfangreiches Familien- und Kreativprogramm. Der Tag endet mit einem Abschluss im Zirkuszelt, der wieder von Pfarrer Georg A. Maile und Reverend Martin Ngnoubamdjum mit seiner Trommel gestaltet wird.

13:00–14:00 Uhr

Bibelgespräch zur Jahreslosung

mit Landesbischof i. R. Dr. Gerhard Maier
Speisesaal


„Ein „neues Herz ...”

... können wir nicht versprechen, aber wir garantieren, dass die Musik im Workshop „Singen rund um die Jahreslosung” zu Herzen gehen und von Herzen kommen wird!  Offenes Singen mit Dierk Jacob, Kirchenmusiker, Aulendorf und Sabine Jacob, Pädagogin, Aulendorf
Tagungsraum


„Schuld-Strafe-Neuanfang?

Seelsorgerliche Begleitung von Menschen im Strafvollzug – ein Erfahrungsbericht von Pfarrer Jochen Pfrommer, JVA Ravensburg
Andachtsraum


„Ich sehe dich – wie sehe ich mich?”

 Verantwortung und Echtheit gegenüber den Kindern leben in schwierigsten Zeiten familiärer Krisen – Welche Werte tragen mich und wie kann ich mir dabei selbst treu bleiben? – Workshop – Austausch – Fachlicher Impuls zur Orientierung und Stärkung in seelisch anstrengenden Zeiten von Trennung und Scheidung mit Friederike B. Haar, Diplom-Psychologin, Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle Ravensburg.
Seminarraum


„Evangelisches Bauernwerk: Perspektiven für die Landwirtschaft”

Die älteste und wichtigste Wirtschaftsform der Welt, die Landwirtschaft, steht vor großen Herausforderungen. Wie den Anforderungen des Marktes und den Verbraucherwünschen gleichzeitig gerecht werden? Wie dabei die Arbeitsbelastung bewältigen? Viele bäuerlichen Familienbetriebe sehen mit Sorge in die Zukunft. Oft ist die Weiterführung des Hofes in der nächsten Generation nicht mehr selbstverständlich. Das Evangelische Bauernwerk begleitet Landwirtinnen und Landwirte in beruflichen, persönlichen und seelsorgerlichen Fragen. Renate Wittlinger, Prälaturreferentin des Evangelischen Bauernwerks berichtet – auch aus eigener Erfahrung- über die Situation der Landwirtschaft und freut sich auf regen Austausch.
Himmelsblick

Das neue Herz und das sehende Auge

Rund 500 Gläubige kamen in die Dobelmühle

25.5.2017 - Der gleichzeitig in Berlin stattfindende evangelische Kirchentag hat in gewissem Sinne auch beim Oberschwabentag seine Spuren hinterlassen. Da wäre zum einen das Berliner Motto „Du siehst mich“, welches vom Organisationsteam der Jahreslosung zur Seite gestellt wurde. Die andere Wirkung zeigte sich in den Besucherzahlen, die dieses Jahr etwas geringer ausfielen als in den zurückliegenden Jahren. Das hatte aber auch den Vorteil, dass die Schlangen bei der Essenausgabe nicht ganz so lang waren. Pfarrer Georg A. Maile vom Organisationsteam erklärt jedoch im Gespräch mit der SZ, „Es war eine bewusste Entscheidung für die Daheimgebliebenen hier in Oberschwaben einen kleinen Kirchengtag anzubieten“. Mit der Resonanz der rund 500 Gläubigen, die sich auf dem weitläufigen Gelände befanden, war Maile übrigens höchst zufrieden.

Als um 10:00 Uhr die Bläser aus den benachbarten Posaunenchören unter der musikalischen Leitung von Dierk Jacob zum Festgottesdienst aufspielten, war das kreisrunde Zirkuszelt voll besetzt. Pfarrer Maile, Pfarrer Michael Pfeiffer und Reverend Martin Ngnoubamdjum leiteten den Gottesdienst. Der aus Mengen stammende Chor „Akzente“ unter der Leitung von Frank Boos hatte beschwingtes neues geistiges Liedgut mitgebracht. In der Festpredigt ging Pfarrer Pfeiffer intensiv auf das doppelte Motto des Oberschwabentags ein. Tradition hat es, dass sich das Angebot des Oberschwabentags um die jeweilige Jahreslosung dreht. Dieses Jahr stammte sie aus dem Buch Hesekiel und lautet „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch“. Als kleiner Kirchentag darf es aber trotzdem das Motto des großen Kirchentags sein „Du siehst mich!“ Herz und Auge – zwei wahrnehmende Organe des Menschen? In der Tat, sowohl in der hebräischen Vorstellung ist das Herz wahrnehmend aber auch ganz populär in Saint-Exupéry´s „Der kleine Prinz“ ist das populäre Zitat zu lesen „Man sieht nur mit dem Herzen gut“. Pfeiffer macht klar, das Gott es ist, der Sehnsucht nach den Menschen hat, dass von ihm die Initiative ausgeht und er den Menschen ein neues Herz schenkt. Pfeiffer ermutigte, Gott darum zu bitten, von ihm angeschaut zu werden, denn Gott sieht wie wir sind und wie wir sein könnten. Auge und Herz – die Jahreslosung und das Kirchentagsmotto aufs allerwesentlichste reduziert. Herz und Auge, auch als gedankliche Überschriften für die verschiedenen Workshops und Gesprächskreise die am Nachmittag angeboten wurden.

Hinschauen, wie es beispielsweise mit der Landwirtschaft aussieht, dazu lud Renate Wittlinger vom Evangelischen Bauernwerk ein. Eine Herzenssache hingegen ist das gemeinsame Singen, zu dem Sabine und Dierk Jacob eingeladen haben. 25 Sängerinnen und Sänger ließen sich von der mitreißenden Art von Frau Jacob motivieren und schon nach wenigen Minuten Üben schmettere die muntere Sängerschar den Kanon „Ich schenke Euch ein neues Herz“. Unter den Mitsängern findet sich auch Ruth Forian, die zum ersten Mal beim Oberschwabentag ist. Eingeladen wurde sie von ihrer Freundin Petra Weber, die wiederum die Motivation zum Besuch der Veranstaltung in ihrem Bibelkreis erhalten hatte. Die beiden finden das Gelände der Dobelmühle als sehr gelungen, der Gottesdienst war angenehm und es herrsche eine gute Gemeinschaft, sind sie sich einig. „Dass diese Veranstaltung jedes Jahr angeboten wird, finde ich schön. Da werden wir sicher wieder einmal vorbei kommen“ resümiert Weber. Einer der schon zum wiederholten Male gekommen ist, ist Wirtschafts- und Sozialpfarrer Albrecht Knoch. „Man trifft hier viele Menschen, mit denen man schon persönliche Begegnungen hatte“ so Knoch. Das vielfältige Themenangebot bei den Workshops sind für ihn das Besondere am Oberschwabentag und man hat so die Möglichkeit, sich einmal ungezwungen schwierigen Themen anzunähern. „Der Mix aus Gottesdienst, Begegnung und Workshop – das macht den Oberschwabentag aus“ bringt Maile die Veranstaltung auf den Punkt.

Dietmar Hermanutz, Journalist

Veröffentlicht in der Schwäbischen Zeitung vom 26. Mai 2017, Ausgabe Bad Waldsee-Aulendorf. Wir danken dem Autor für die Überlassung von Text und BIldern.

14.30–15:30 Uhr

„Die Familie und christliche Erfahrung im afrikanischen Kontext”

Tauchen Sie ein in das Leben von Menschen aus Afrika. Mit Reverend Martin Ngnoubamdjum und Berthe Ngnoubamdjum aus Kamerun, die in Pforzheim leben.
Andachtsraum


„Ein neues Herz, eine neue Niere”

Wissenwertes rund um das Thema Organspende und Transplantation. Referent: Dr. med Bernhard Jäschke, Facharzt für Allgemein-, Arbeits- Sozial- und Umweltmedizin, Aulendorf.
Speisesaal


„ ... und Ihr sollt auch leben”

Die kirgisischen Christen sehen nicht weg, wenn sie jungen Menschen begegnen, die allein und ohne familiäre Hilfe aufwachsen. Um ihnen ein gelingendes Leben zu ermöglichen, bieten sie ihnen auf vielerlei Weise Beratung und Begleitung an. Die Frauen des Gustav-Adolf- Werkes unterstützen dieses Engagement der lutherischen Kirche und geben Auskunft darüber. Doris Grohs u. a., GAW-Frauenarbeit, Stuttgart.
Tagungsraum


Tröstlich, dass Grenzen überwunden werden.

Entlang der Balkanroute helfen die Partnerkirchen des Gustav-Adolf-Werks mit ungeheurem Engagement bis an die Grenzen ihrer Kräfte, den durchziehenden Flüchtlingen zu einem menschwürdigen Leben. Das GAW unterstützt die  kleinen Minderheitskirchen in Griechenland, Ungarn, Slowenien, Österreich, Serbien, Spanien und Italien in verschiedener Weise, auch durch den Einsatz von Freiwilligen. Der Geschäftsführer des GAW Württemberg, Ulrich Hirsch, gibt Einblicke in die Arbeit der Partnerkirchen in den Aufnahme- ländern an den Außengrenzen der EU.
Seminarraum


„Begegnung am Lebensende” –

Die Fähigkeit sich selbst zurückzunehmen und eine Atmosphäre schaffen, in der Sterbende das Gefühl haben können, mit ihren Bedürfnissen gesehen zu werden. Sterbende haben vielleicht manchmal Bedürfnisse und Wünsche, die wir als Begleitende nicht verstehen. Oder wir würden gerne den Wunsch erfüllen, haben aber Angst, dass etwas passieren könnte. In diesem Workshop bietet sich die Möglichkeit, sich über persönliche Erfahrungen auszutauschen, die wir in der Begleitung von ster- benden Menschen gemacht haben. Er möchte ermutigen, auch außergewöhnliche Wege zu gehen. Isolde Löffler-Bertl, Koordinatorin für die Hospizarbeit in Bad Schussenried
E-Mail: hospiz.bad-schussenried@johanniter.de, Telefon 0174-4074383
Seminarraum

 

Sammelaktion: Stifte machen Mädchen stark!

Stifte recyceln und zugleich 200 syrischen Mädchen in einem Flüchtlingscamp im Libanon Schulunterricht ermöglichen. Zum Stark-werden braucht es Bildung! Durch das Recycling von Stiften unterstützt der Weltgebetstag ein Team aus LehrerInnen und PsychologInnen, das 200 syrischen Mädchen in einem Flüchtlingscamp im Libanon Schulunterricht ermöglicht. Für 450 Stifte können wir zum Beispiel ein Mädchen mit Schulmaterial ausstatten und so eine Tür für eine bessere Zukunft öffnen. Bitte nur folgende verbrauchte Schreibgeräte am Infopoint abgeben: Kugelschreiber, Gelroller, Marker, Filzstifte, Druck- bleistifte, Korrekturmittel (auch Tippex-Fläschchen), Füllfederhalter und Patronen, auch Metallstifte

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